Leitbild

Strategieprozess: Wissenschaftliche Höchstleistungen an einem attraktiven Arbeitsplatz

Das Forschungszentrum hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt, um exzellente und leistungsfähige Forschung mit einer modernen und nachhaltigen Unternehmenskultur zu verbinden.

Umgesetzt wird dies in einem umfangreichen Strategieprozess mit zwei Handlungssträngen, die miteinander verzahnt sind. Der gesamte Prozess umfasst sechs Phasen. Begonnen hat er im Oktober 2014 mit einer strategischen Analyse, es folgte die Strategieentwicklung bis zur Bewertung und Auswahl strategischer Optionen. Nach der Umsetzungsplanung Ende 2015 begann im darauffolgenden Frühjahr die Umsetzung mit dem Change Management. Die Bilanz 2018 bildete den Abschluss des Prozesses.

Handlungsstrang 1 - Wissenschaftliches Portfolio

Die Institute des Forschungszentrums beteiligten sich in vielfältiger Form an der Gestaltung eines zukünftigen wissenschaftlichen Profils. Zukunftsthemen wurden in Seminaren gemeinsam mit allen Führungskräften diskutiert. Auch fanden mehrere Vorstandsklausuren statt, um die inhaltliche Gestaltung des Strategiepapiers festzulegen. In den wissenschaftlichen Gremien - dem Wissenschaftlich-Technischen Rat (WTR), der Hauptkommission und dem Wissenschaftlichen Beirat des Forschungszentrums – wurden schließlich die Ergebnisse bewertet. Vor allem der WTR war in die wissenschaftliche Evaluation eingebunden und beriet den Vorstand. Einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Gesamtstrategie haben auch die neun (Groß-)Institute geleistet.

An alle Institutsleiterinnen und –leiter wurde zunächst ein Fragenkatalog versandt mit dem Ziel, die Strategien der einzelnen Teilinstitute zu einer Strategie des Gesamtinstituts zu verknüpfen. Gefragt wurde nach Vernetzungsmöglichkeiten von Jülicher Forschungsfeldern oder nach Maßnahmen, die zu einer Qualitäts- und Strukturverbesserung der Forschung am jeweiligen Institut beitragen könnten.

 

Diese Strategien wurden im Rahmen des Führungskräfteseminars 2015 und in der anschließenden Herbstsitzung des Wissenschaftlichen Beirats ausführlich diskutiert und bewertet. Auf Basis der konstruktiven Diskussionen, Hinweise und Ratschläge zu möglichen strategischen Optionen, erfolgte eine erneute Anpassung der Institutsstrategien, wovon anschließend wesentliche Elemente Eingang in die Gesamtstrategie gefunden haben.

 

Alle Beteiligten sprachen sich dafür aus, das wissenschaftliche Portfolio thematisch stärker zu konzentrieren. Und sie befürworten eine Betonung von Alleinstellungsmerkmalen im internationalen Wettbewerb sowie eine Abstimmung der Institutsziele und -ressourcen aufeinander. Um diese Ziele zu erreichen, seien mutige Schritte erforderlich und es dürften keine Veränderungen gescheut werden.

 

Die vom Vorstand und den Instituten ausgearbeitete Strategie wurde im Herbst 2015 allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in groben Eckpunkten präsentiert. Der Vorstand konzentrierte sich dabei auf die zukünftigen strategischen Schwerpunkte, aber auch Themen außerhalb des wissenschaftlichen Fokusbereiches. Anschließend folgte die konkrete Ausarbeitung der strategischen Maßnahmen gemeinsam mit den jeweiligen Instituts-Gruppen.

Handlungsstrang 2 - Unternehmenskultur

Wie jedes Unternehmen verfügt das Forschungszentrum Jülich über eine unverwechselbare Kultur, welche in allen Bereichen wirkt und durch das damit verbundene Mitarbeiterengagement den Erfolg des Zentrums wesentlich bestimmt. Deshalb sind die Identifikation mit der eigenen Unternehmenskultur und ein transparenter Prozess, bei dem die Mitarbeiter-Beteiligung ausdrücklich erwünscht ist, wichtige Voraussetzungen, um notwendige Handlungsbedarfe und Steuerungsmaßnahmen zu definieren. Der Jülicher Strategieprozess wurde deshalb Anfang 2015 auch mit einer Unternehmenskultur-Analyse eingeleitet. Wichtige Instrumente waren Einzelinterviews, eine Mitarbeiterbefragung und die daraus resultierende Strategiekonferenz.

Die individuell erlebte Kultur und die von relevanten Mitarbeitergruppen und Organisationseinheiten sowie dem gesamten Zentrum geprägte Kultur wurden erfasst, Stärken und Schwächen identifiziert und subjektive Einflussfaktoren entschlüsselt, damit diese bei der Umsetzung zukünftiger strategischer Projekte und Prozesse angemessen Berücksichtigung finden.

 

Im Auftrag des Forschungszentrums Jülich führte die nextpractice GmbH in einem ersten Schritt der Unternehmenskulturanalyse 156 Tiefeninterviews mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Damit sollte ein intensiver Einblick in die der Unternehmenskultur zugrundeliegenden Denk- und Verhaltensmuster erlangt werden, um neben quantitativ erfassbaren Rückmeldungen auch qualitative Aspekte berücksichtigen zu können. Da die Kultur eines Unternehmens wesentlich durch seine Führungskräfte und deren Verhalten geprägt wird, wurden Instituts- und Geschäftsbereichsleitungen in diesem Teil der Kulturanalyse besonders umfänglich berücksichtigt.

 

Das aus den Tiefeninterviews abgeleitete „Idealbild Forschungszentrum Jülich“ wurde mit der Sicht der Beteiligten verglichen. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen präsentierte der Vorstand dem Wissenschaftlich-Technischen Rat (WTR) sowie der gesamten Belegschaft Mitte 2015.

 

Die Ergebnisse einer zusätzlichen Online-Mitarbeiterbefragung flossen schließlich in eine zweitägige Strategiekonferenz Ende September 2015 ein. Mit den dort erarbeiteten Handlungs- und Projektvorschlägen befassten sich 2016 vier Strategie-Arbeitsgruppen zu den Themen Vernetzung und Kooperationen, Arbeitsbedingungen und Prozessmanagement, Karriereentwicklung und wissenschaftlicher Nachwuchs sowie Identität des Forschungszentrums Jülich und „Place to be“. 15 konkrete Projektvorschläge wurden dem Vorstand Ende 2016 zur Umsetzung vorgeschlagen.

(v.l.n.r.): Vorstandsmitglieder Prof. Harald Bolt und Prof. Sebastian M. Schmidt, Annette Storsberg, Staatssekretärin im NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karsten Beneke, Dr. Norbert Drewes, Leiter der Unternehmensentwicklung (UE), der Vorstandsvorsitzende Prof. Wolfgang Marquardt und Prof. Thomas Lippert, Leiter des JSC

Der Strategieprozess hat sich über zwei Jahren hingezogen. Er hat viel Zeit und Personalressourcen gekostet, war aber letztlich erfolgreich und lohnenswert, wenn man die wertvollen und qualitativ hochwertigen Ergebnisse betrachtet. Bevor das finale Strategiepapier auf den Weg gebracht wurde, erfolgten in der letzten Phase viele Abstimmungen zwischen den intern Beteiligten und den Zuwendungsgebern. Die so geschaffene Transparenz war notwendig, um bei der Belegschaft eine hohe Akzeptanz für die anstehenden Veränderungen zu erreichen.

 

Die Rückmeldungen der beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren entsprechend positiv. Sie schätzten dabei vor allem den offenen, fairen und ehrlichen Dialog über die Chancen und Potenziale des Forschungszentrums. Der Vorstand ist zuversichtlich, dass die Belegschaft die Umsetzung der Strategie engagiert unterstützt.

 

Mit Blick auf die „Strategische Begutachtung“ der Helmholtz-Gemeinschaft in 2019 wurden die Institutsstrategien noch einmal angepasst und auf einem Führungskräfteseminar diskutiert. Außerdem haben die Zuwendungsgeber zusätzliche Gelder für die „Strategie 2025“ in Aussicht gestellt. Insbesondere der strategische Schwerpunkt „Information“ soll damit gefördert werden.