Energy-Audits

Geprüftes Energiemanagement für campusweite Verbrauchserfassung

Das Forschungszentrum Jülich hat in 2016 ein Energieaudit durchgeführt. Dieses verfolgt das Ziel, Energieflüsse und das Potenzial für Energieeffizienzverbesserungen zu identifizieren und über diese zu berichten. Große Unternehmen sind laut dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) gesetzlich dazu verpflichtet Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen zu überprüfen. Mindestens vier Jahre nach der Fertigstellung des Erstaudits und turnusmäßig alle weiteren vier Jahre ist ein Energieaudit durchzuführen.

Im Rahmen der Durchführung des Energieaudits sind einzelne Gebäude beziehungsweise der Standort des Forschungszentrums an sich auf Energieeinsparpotenziale hin untersucht worden. Die technische Gebäudeausrüstung stand im besonderen Fokus. Für jede Energieoptimierungsmaßnahme wurde eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchgeführt. Neben den baulich-technischen Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung sind auch organisatorische Maßnahmen zur Energieeinsparung vorgeschlagen. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen wurden notwendige personelle Ressourcen beantragt. Für die Weiterentwicklung werden die Voraussetzungen zur Implementierung von Managementsystemen, wie dem Energiemanagement nach ISO 50001ff oder einem Umweltmanagementsystem nach EMAS III, geprüft.

Seit Ende 2014 hat das Forschungszentrum Jülich eine standortweite gebäudescharfe Verbrauchserfassung über Medienzähler implementiert (im letzten Nachhaltigkeitsbericht nachzulesen [LINK PDF Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015]). Jedes Gebäude hat als Mindestanforderung Einspeisezähler der einzelnen Medien. Der Funktionsumfang der über 1.000 fernauslesbaren Medienzähler auf dem Campus konnte ausgebaut und inhaltlich weiterentwickelt werden. Energieverbrauchsbezogener Betriebsschwellen zur schnelleren Bewertung des Energieeinsatzes in den Gebäuden wurde eingerichtet. Die Beratungen und Planungen des gegenwärtigen und zukünftigen Energiebedarfs im Wissenschaftsbetrieb konnten ebenfalls verbessert werden und sollen zu einer bedarfsgerechteren Energiebeschaffung führen. Gespräche mit den Instituten mit Betrieb von Großenergieverbrauchern, z.B. HPC, führten zu regem Dialog bezüglich der Energiebeschaffungsstrategie des Forschungszentrums.

 

Die Energieverbräuche des Jahres 2017 für Strom, Wärme, Kaltwasser, Kühlwasser und Trinkwasser sind insgesamt gegenüber dem Jahr 2016 angestiegen. Lediglich der Erdgasverbrauch ist gegenüber dem Jahr 2016 gesunken. Dies ist auch auf den Zuwachs zuzuschreiben.

Ambitionierte Ziele für eine klimaneutrale Verwaltung bis 2030

Das Forschungszentrum verfolgt das Ziel, den eigenen CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren. Schon 2016 wurde ein detaillierter Klimaschutzplan mit konkreten Maßnahmen und Einsparpotenzialen zur CO2-Reduzierung vorgelegt. Dieser wird seitdem Schritt für Schritt umgesetzt. Der jetzt begonnene Bau der neuen Wärmevollversorgungszentrale ist einer der zentralen Punkte des Klimaschutzplans. Pro Jahr sollen so mindestens 50.000 Tonnen CO2 eingespart werden – das entspräche einer Verringerung des CO2-Ausstoßes um 46 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990.


Informieren Sie sich hier über die Wärmevollversorgungs-Zentrale.