Einführung und Vorwort

Vorwort des Vorstandes

Die Strategie innerhalb der Einrichtung orientiert sich an Richtlinien und Erkenntnissen zur verantwortungsvollen Unternehmensführung, denen sich der Vorstand des Forschungszentrums verpflichtet hat.

Die zentralen Nachhaltigkeitsziele und Prinzipien auf dem Jülicher Campus lauten daher: Forschen für Nachhaltigkeit, Forschen mit Nachhaltigkeit sowie nachhaltiges und damit ressourceneffizientes Forschen.

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender; Vorstandsbereiche: Wissenschaft, Außenbeziehungen

In den Jahren 2016/2017 hat das Forschungszentrum einen partizipativ getriebenen Strategieprozess durchlaufen und im Zuge dessen ein neues Leitbild erarbeitet. Daraus zitiere ich gerne folgende Worte, die unser Streben in Richtung  nachhaltiger Entwicklungen hervorheben:

  1. Wissenschaftliche Integrität ist die Voraussetzung für nachhaltigen Forschungserfolg.
  2. Wir wollen zur nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft beitragen, und dieser Anspruch gilt auch für uns selbst: Mit den uns anvertrauten Ressourcen gehen wir transparent und verantwortungsvoll um und setzen sie nachhaltig ein.
  3. Durch Forschung zu globalen Herausforderungen der modernen Gesellschaften tragen wir zum Wohl der Menschen und zum verantwortungsvollen Umgang mit der Erde bei.

Mit unserer „Strategie 2025“ konzentriert sich das Forschungszentrum auf nutzeninspirierte Grundlagenforschung in den Bereichen Information, Energie und Bioökonomie zur Lösung drängender gesellschaftlicher Herausforderungen. In diesem Kontext wird es wichtig, neben reinem Erkenntnisgewinn durch Forschung auch die Nutzung und Durchsetzung des neuen Wissens zu initiieren. Dieses Wirksamwerden wird erfolgreich, wenn wir es schaffen, geeignete Dialog- und Handlungsformate aufzubauen, um das vielfältige Wissen in Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenzutragen und bedarfsgerecht aufzuarbeiten. Daraus entstehen zukunftsfähige Lösungen für generationengerechte Entwicklungen mit lokaler, regionaler und überregionaler Dimension und internationaler Ausstrahlung. Mehr als die ersten beiden Nachhaltigkeitsberichte in ausführlicher Textform versucht dieser Bericht in Form eines digitalen Magazins, Interessierte durch unterschiedliche mediale Zugänge über unsere Fortschritte im Bereich der nachhaltigen Entwicklung zu informieren als Teil unserer Verpflichtung für die Gesellschaft.

Karsten Beneke, Stellvertretender Vorsitzender; Vorstandsbereich: Infrastruktur

Der Erhalt und die Gewinnung exzellenter Arbeitskräfte als unser wichtigstes Kapital ist eines unserer primären Ziele. So bietet das Forschungszentrum Jülich seinen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zum Beispiel gesundheitliche Präventionsprogramme, Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Karriereberatung und viele qualifizierende Weiterbildungsangebote. Zukünftig werden wir junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch umfassender in ihrer Karriereentwicklung und Karriereplanung unterstützen. Mit der bewussten Integration von Unternehmenskultur in die Gesamtstrategie schaffen wir die Grundlage, gemeinsam einen tragfähigen, identitätsstiftenden Konsens für die zukünftige Entwicklung des Forschungszentrums zu erarbeiten. In Administration und Infrastruktur werden dazu zahlreiche Projekte aus dem Strategieprozess umgesetzt, wie beispielsweise zur Prozessoptimierung oder zur Entwicklung des Campus.

Als einer der größten Arbeitgeber im Kreis Düren sind wir uns unserer Verantwortung für die Region bewusst. Wir befinden uns im kontinuierlichen Austausch  mit lokalen Partnern und gestalten gemeinsam die Zukunft der Region mit. Sei es im Bereich der Infrastruktur bei der Förderung innovativer, ressourceneffizienter Gebäude, bei der Mobilität, bei der Qualifikation junger Menschen durch  zukunftsorientierteAusbildungsberufe oder bei der unterstützenden Begleitung von Ausgründungen.

Prof. Dr. Sebastian M. Schmidt, Mitglied des Vorstandes für den Wissenschaftlichen Geschäftsbereich I

Forschen für die Nachhaltigkeit zeigt in Jülich vielseitige Facetten:  Setzen wir uns das Ziel zu lernen, mit den Ressourcen der Erde nachhaltig umgehen zu wollen, benötigen wir Informationen und zwar einerseits neues disziplinenorientiertes Detailwissen und andererseits interdisziplinäres Wissen zum Verständnis der miteinander kommunizierenden Systeme. Unsere exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Instituten  sind der Garant für diese  Entwicklung, da Sie disziplinenübegreifendes Arbeiten gewöhnt sind. Wir haben uns entschieden, Arbeiten zum Systemverständnis durch einen signifikanten Ausbau des Höchstleitungsrechnens für Simulation und Datenanalyse zu verstärken und gleichzeitig in den Bereich Computingtechnologien wie Quantencomputing und Neuromorphes Computing zu investieren. Wir führen Detailkenntnis, Systemverständnis und skalenübergreifende Simulation zusammen. Dies ist der Schlüssel zum Verständnis der biologischen Informationsverarbeitung von der einzelnen Zelle bis zum hochdifferenzierten Gehirn im gesunden sowie erkrankten Zustand. Die Fähigkeit der korrekten Datenerhebung, der Analyse und der Simulation nimmt auch beim Verständnis des Klimawandels die entscheidende Rolle ein. Wir tragen mit den Erkenntnissen wesentlich dazu bei, Eckwerte einer nachhaltigen Entwicklung zu bestimmen und Handlungsoptionen für künftige Vorgehensweisen bereitzustellen.

Prof. Dr.-Ing. Harald Bolt, Mitglied des Vorstandes für den Wissenschaftlichen Geschäftsbereich II

Wir möchten einen Beitrag leisten, unseren CO2-Fußabdruck zu reduzieren, indem wir den Einsatz fossiler Energieträger minimieren im Einklang mit den Bedarfen der Gesellschaft. Die wissenschaftlichen Aktivitäten decken technologische Aspekte wie erneuerbare Energien und Speichertechnologien ab, verknüpft mit den jeweiligen Wertschöpfungsketten in unterschiedlichen Sektorkopplungsszenarien. Wir gestalten die Energieversorgung unseres Campus als offenes, „lebendiges“ Labor, dem „Living Lab Energy Campus“. Mithilfe der campusweiten Forschungsinfrastruktur sowie Methoden der Simulations- und Datenwissenschaften werden die Wechselwirkungen zwischen Erzeugungs- und Speichertechnologien und dem Verbrauch erforscht, um Lösungen zur effizienteren Nutzung regenerativer Energien im jeweiligen Energiesystem zu entwickeln. Die Erkenntnisse, die wir auf unserem Campus gewinnen, sollen auf andere dezentral angelegte Energiesysteme übertragbar sein.

Mit unserer Forschung auf dem Zukunftsfeld Bioökonomie unterstützen wir den Übergang zu einer  bio-basierten Wirtschaft und leisten Beiträge zur nachhaltigen Biomasseproduktion. Durch Spezialkenntnisse in der skalenübergreifenden Boden- und Pflanzenforschung helfen wir, die standortangepasste Biomasseproduktion nachhaltiger zu gestalten.

Mit unserer Forschung auf dem Zukunftsfeld Bioökonomie unterstützen wir den Wandel von einer erdöl- zu einer bio-basierten Wirtschaft und tragen dazu bei, die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung zu ermöglichen. Unser Auftrag ist Erkenntnisgewinn für die Wissenschaft, aber auch positive Wirksamkeit in anderen Bereichen der Gesellschaft: Wir wollen, dass Politik, Bürger und Akteure der Zivilgesellschaft unsere Erkenntnisse nutzen können, um gesellschaftliche Fragen auf dem neuesten Stand der Forschung zu diskutieren und fortschrittliche Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohls zu treffen.